Einstellungen - Adlerperspektive - wie sieht das eigentlich von oben aus?

Grafik Adlerperspektive

Hintergrund:

Manchmal haben wir das Gefühl in einer Situation fest zu stecken. Egal wie wir uns entscheiden oder was wir tun, immer wieder sind wir in dieser problematischen Situation. Hier hilft es in manchen Fällen, eine andere Perspektive einzunehmen. Zum Beispiel die eines Adlers, der etwas Abstand zu allem hat, mehr Weitsicht und neue Aspekte entdeckt.

Einsatz:

  • Bei schwierigen Situationen
  • Hartnäckigen Problemen

Umsetzung:

Um diese Intervention zu verdeutlichen stellen wir uns Anna vor. Anna ist 16 Jahre alt, sie ist Leistungssportlerin und träumt davon einmal zu einem internationalen Wettkampf für ihr Land zu starten. Sie trainiert fleißig und geht noch zur Schule. In den letzten Wochen stimmen allerdings die Leistungen nicht mehr so wie früher. Sie stagniert und kann nicht mehr an die Leistung des vergangenen Jahres anknüpfen. Sie fühlt sich auch nicht besonders fit und ist häufig müde. Um wieder besser zu werden will sie noch härter trainieren. Es muss doch einfach klappen. Sie will unbedingt weiterkommen und sich verbessern. Sie fragt oft ihre Trainer nach Rat und versucht noch mehr zu investieren. Es darf nicht Alles umsonst gewesen sein.

Was soll sie tun? Wie kommt sie aus dieser Schwierigkeit wieder raus?

In einem ruhigen Abend, an dem sie einmal frei hat, fängt Anna an über ihre Situation nachzudenken. Sie stellt sich vor, sie könnte wie ein Adler auf ihre Situation herabblicken. Sie sieht alles mit ein wenig Abstand. Mit diesem Abstand entdeckt Anna, dass sie durch die ständigen Gedanken an das Training und die aktuelle Formkrise gar nicht mehr mit Ihrem Bruder gesprochen hat. Auch war sie schon seit Ewigkeiten nicht mehr mit ihrer besten Freundin im Kino. Wenn Anna so darüber nachdenkt, vermisst sie das sehr. Wenn sie von hier oben auf Ihr Problem schaut, kommt es ihr gar nicht mehr so riesig vor. Es gab doch auch früher mal Phasen, in denen es nicht super lief. Bisher ist sie da immer wieder raus gekommen. Warum also nicht auch diese Mal? Auch wenn sie nach vorne schaut, entdeckt sie etwas: In ein paar Jahren wird die aktuelle Formkrise niemanden mehr interessieren. Ob sie irgendwann einmal erfolgreich sein wird hängt von so vielen anderen Dingen ab. Sie denkt sich: »Wichtig ist doch nur, dass ich etwas für meine Ziele mache. Dass ich mich momentan verrückt mache bringt mir sicher nichts. Im Gegenteil, vielleicht hilft es mir langfristig, wenn ich etwas gelassener mit solchen Dingen umgehe. Wenn ich wirklich mal an einem großen Wettkampf starte, hilft mir das sicher mehr als all die sorgenvollen Gedanken.«

Etwas beruhigt und mit einem neuen Plan möchte Anna die kommenden Wochen angehen. Sie möchte sich wieder mit ihrer Freundin treffen und üben etwas gelassener mit der aktuellen Leistung umzugehen. Natürlich möchte sie fleißig trainieren, aber zu viel Training und Sorgen um die Leistung helfen ihr momentan auch nicht. Daher möchte Sie sich an erreichbaren Zielen für diese Saison orientieren und mit neuem Mut die ganze Sache angehen.

Wie auch Anna, kannst Du Dich der Adlerperspektive bedienen. Wie sieht Dein aktuelles Problem von oben aus? Mit ganz viel Abstand? Betrachte die Dinge, die Du vergessen hast, betrachte was Dir früher geholfen hat, und blicke etwas nach vorne. Was zahlt sich langfristig aus und was hilft wirklich weiter? Gibt es wichtige Dinge, die Dir in ein paar Jahren helfen können? Schaue auch mal nach links und rechts. Welche Dinge machen Dir sonst Freude und geben Dir Mut und Zuversicht? Welche anderen Wege könntest Du ausprobieren?

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